Schule deine Achtsamkeit im Dialog mit dem Körper

Chrissi im Dialog mit dem Körper

Für viele ist die Gesundheit selbstverständlich – solange bis sie krank werden. Und dann ist es zumeist so, dass nicht wirklich die Ursache, sondern nur die Symptome behandelt werden. Oft ist es dann sogar so, dass sobald das Problem/Symptome behoben ist, man wieder vergisst sich um seinen Körper zu kümmern. Oft kümmern wir uns um materielle Dinge, wie unser Haus, Auto oder ähnliches mehr, als um unseren eigenen Körper.

Königsdisziplin: Dialog mit dem Körper

Es empfiehlt sich regelmäßig mit seinem Körper in Dialog zu treten und so seine Achtsamkeit gegenüber seinem Körper zu schulen. Das heißt, nicht nur mit seinem Körper zu reden und somit einen Monolog zu führen, sondern wirklich in den Austausch mit seinem Körper zu gehen. Sprich, es geht nicht darum, nur Nachrichten, wie zum Beispiel „Hör auf mit diesen Schmerzen. Ich will das nicht mehr!“ zu senden, sondern auch eine Antwort seines Körpers bzw. Körperteils zu formulieren.

Sehr hilfreich sollen folgende Fragen an seinen Körper sein:

  • „Was willst du mir sagen?“
  • „Was fehlt dir?“
  • „Wie kann ich dir helfen?“
  • „Was brauchst du?“

Hemmungen sind beim ersten Mal ganz normal. Ich habe das erste Mal von dem Dialog mit meinem Körper, während meiner Anschlussheilbehandlung letzten September gehört. In der ersten Sitzung der Gruppentherapie bekamen wir von der Psychologin alle ein Notizbuch und sie empfahl uns in diesem neben Notizen auch mal einen Dialog mit unserem Körper zu schreiben. Einige der anderen Endomädels fingen direkt nach der Sitzung damit an, doch ich fand es zuerst befremdlich, peinlich und auch irgendwie lächerlich.

Ein paar Tage später führte ich auf einmal ganz intuitiv einen Dialog mit meinem Körper während eines Spaziergangs in meinen Gedanken. Doch bis heute habe ich noch nie einen Dialog mit meinem Körper tatsächlich mal niedergeschrieben. Da es sich so befreiend anfühlte und es mir an vielen Stellen die Augen geöffnet sowie die Beziehung zu meinem Körper verbessert hat, möchte ich nun auch gerne direkt meinen Dialog mit meinem Körper mit euch teilen.

Mein Dialog mit dem Körper

Ich: „Hey, wie geht es dir?“

Körper: „Geht so. Und dir?“

Ich: „Mir geht’s richtig gut. Ich habe soviel Energie und bin grad richtig produktiv. Aber was ist bei dir los? Was meinst du mit „Geht so“?“

Körper: „Joar, mir tut halt ständig irgendwas weh. Besonders die Knie und Schultern machen mir grad echt zu schaffen. Und die Verdauung ist irgendwie auch noch nicht so richtig geil.“

Ich: „Oha, ich denk halt immer, mir geht’s soviel besser als noch vor der OP und ich bin grad so motiviert. Aber ich mach mir auch oft Sorgen, dass das für dich zu viel ist und dass du irgendwann wieder die grätsche machst.“

Körper: „Da mach dir mal nicht so viele Sorgen, ich bin eigentlich hart im Nehmen, aber kümmere dich bitte um die ganzen Kleinigkeiten – um all die Beschwerden, die ich fast täglich habe, wie die Gelenkschmerzen, die Kopfschmerzen, die Zahnschmerzen, die Bauch- und Magenschmerzen, die Übelkeit, die leichte Inkontinenz, die Rückenschmerzen, die noch nicht so ideale Verdauung und die Knieschmerzen. Und das ist ja noch nicht mal alles auf der langen, langen Liste. Denn die Menge macht den Kuchen fett.“

Ich: „Du hast absolut recht! Ich habe schon überlegt, mal eine Liste aller Beschwerden und Einschränkungen zu machen und mit dieser dann zum Hausarzt zu gehen. Gemeinsam mit diesem könnte ich dann mal einen Plan aufstellen, wie man diesen Berg an Beschwerden angeht. Was hältst du davon?“

Körper: „Das find ich eine richtig gute Idee. Denn auch wenn jede Beschwerde für sich gesehen nicht so groß ist, so belastet mich die Masse aller doch ganz schön. Und langfristig weiß ich einfach nicht, ob ich das durchhalte.“

Ich: „Ok, danke dir nochmal für den Anstoß. Ich vereinbare direkt am Montag einen Termin beim Hausarzt! Zusätzlich achte ich auch noch mehr drauf, alles zu tun, wo ich bereits weiß, dass es dir hilft und die Beschwerden verbessert, denn du bist mir wichtig und ich brauche dich in meinem Leben! <3“

Mein Fazit

Du siehst, ich hatte eigentlich schon eine Lösung im Kopf, aber habe die Wichtigkeit nicht gesehen, mich auch zeitnah drum zu kümmern. Ich stecke aktuell sehr viel Energie in meine Selbstständigkeit und vernachlässige meinen Körper zu viel. Ich habe zwar bereits akzeptiert, dass mein Körper einfach mehr Pflege und Aufmerksamkeit brauch, als andere. Aber Akzeptanz ist noch lange nicht genug. Mir wurde so richtig bewusst, dass ich meinen Körper mehr wertschätzen muss und mich für ihn so einsetzen muss, wie ich es auch für Freunde und Familie tun würde, wenn diese Hilfe brauchen.

Hast du schon einmal einen Dialog mit deinem Körper geführt? Wie waren deine Erfahrungen? Ich freue mich sehr auf deine Geschichte oder auch deinen Dialog mit dem Körper in den Kommentaren. Gerne kannst du mir auch eine E-Mail über mein Kontaktformular sende. Bei Fragen oder Anregungen komme ebenfalls immer gerne auf mich zu.

Deine Chrissi

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