Mein Leben mit der Endometriose – Erfahrungsbericht 2

Mit meinem Blogbeitrag Mein Leben mit der Endometriose – Erfahrungsbericht  1 hatte ich bereits meinen ersten Endometriose Erfahrungsbericht veröffentlicht, in dem ich beschrieben habe, wie mein Leben mit der Endometriose von der Diagnose 2009 bis Ende 2017 verlaufen ist. Nun möchte ich hier ein Update zum ersten Quartal 2018 geben. Kurz vorweg: Das Horrorjahr 2017 ist aus meinem Kopf gestrichen, seit 2018 geht’s wieder bergauf!

Ich hoffe mein Endometriose Erfahrungsbericht hilft dir dabei, besser mit deiner Endometriose umzugehen.

Meine guten Vorsätze für das Jahr 2018

Ins Jahr 2018 bin ich mit einem großen Vorsatz gestartet: Der Endometriose den Kampf ansagen! Dieses Ziel wollte ich primär durch eine noch intensivere Ernährungsumstellung erreichen. Meine größte Hoffnung war dadurch die Verstopfungen und Schmerzen in Griff zu bekommen und nicht mehr auf Opiate angewiesen zu sein.

Insbesondere in der Weihnachtszeit war ich sehr nachlässig, was meinen Weizenverzicht anging. Ich konnte einfach nicht auf Lebkuchen verzichten. Insgesamt habe ich sehr viel Süßes gegessen und Zucker kann verstopfend wirken. Diese Erfahrung musste ich schmerzlichst machen. Somit entschied ich ab dem 1.1.2018 wieder konsequent auf Weizen und zusätzlich auch auf Haushaltszucker zu verzichten. Des Weiteren führte ich den Verzicht auf Alkohol und Soja fort und entschied mich dazu auch rotes Fleisch soweit wie möglich vom Speiseplan zu streichen.

Zusätzlich wollte ich wieder täglich Movicol nehmen, damit mein Stuhl weich bleibt, und wieder konsequent Folsäure, Magnesium und Vitamin D nehmen. Und ich wollte ein Tagebuch führen, in dem ich notiere, was ich gegessen und getrunken, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel ich genommen und welche Beschwerden ich hatte.

Mein Start ins neue Jahr

Die ersten beiden Tage des Jahres hatte ich noch sehr starke Endometrioseschmerzen, doch bereits am 3. Januar ließen diese langsam nach. Ab dem 4. Januar ergänzte ich meine Nahrungsergänzungsmittel noch um Omega 3 und begann einen Klapperstorchentee mit u.a. Frauenmantel und Himbeerblatt zu trinken. Und ab dem 7. Januar stockte ich weiter auf und nahm zusätzlich noch Artischocke als Nahrungsergänzungsmittel und Mönchspfeffer (Agnus Castus). Zudem fing ich am 8. Januar mit manueller Therapie an. Diese hatte ich von meinem Orthopäden aufgrund meiner regelmäßigen ISG Beschwerden verschrieben bekommen.

Und am 9. Januar war der Tag da, auf den ich lange gewartet hatte. Der Tag an dem ich nach langer Zeit mal wieder absolut schmerzfrei mit normalem Stuhlgang und nur leichten Blähungen am Abend war.

Auch die Tage drauf hatte ich kaum Endometrioseschmerzen. Nur gelegentlich Rücken-, Schulter- oder auch Kopfschmerzen, aber alles nicht der Rede wert. Was zudem sehr merkwürdig war, dass ich bereits seit Tagen geschwollene Hände hatte. Mir passte noch nicht mal mehr mein Ehering. Ich vermutete, dass es am Klapperstorchentee liegen könnte, und setzte diesen Mitte Januar ab. Dafür ergänzte ich erneut meine Nahrungsergänzungsmittel um Kurkuma.

Meine erste Periode im Jahr 2018

Mitte Januar bekam ich dann auch meine erste Periode im neuen Jahr und ich muss euch sagen, dass war nach langer Zeit eine Periode, die echt gut aushaltbar war. Diesmal kam ich tatsächlich komplett mit Ibuprofen aus und musste zu keinem Opiat greifen. Besonders ausschlaggegeben dafür war denke ich, dass ich keine Verstopfung hatte. Ich tippte, dass es am konsequenten Verzicht auf Haushaltszucker lag. Vielleicht war es aber auch einfach das tägliche Movicol. Mein Mann wettete auf den Mönchspfeffer. Es kann aber auch daran liegen, dass ich feste Nahrung von der Periode gemieden habe.

Ich wollte also unbedingt alles so beibehalten, in der Hoffnung, dass ab sofort meine Periode erträglicher wird und ich nicht jedes Mal gefühlt vor Schmerzen sterbe. Doch irgendwie wurde ich inkonsequenter. Die große Menge an Nahrungsergänzungsmitteln und dann noch das tägliche Glas Movicol führten dazu, dass mir oft danach schlecht war. Ich nahm immer mal wieder kein Movicol oder ließ auch mal ein Nahrungsergänzungsmittel weg. Wo ich konsequent blieb, war beim Verzicht auf Weizen und Zucker sowie bei der Einnahme von Folsäure, Mönchspfeffer und Magnesium.

Der Februar war so ganz anders als der Januar

Vor der zweiten Periode im Februar wollte ich nicht auf feste Nahrung verzichten. Irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl, dass dies nicht gut wäre. Vermutlich, weil ich mir so sehr wünschte schwanger zu sein und die Sorge groß war, dass ich einem potenziellen Baby schaden könnte. Doch ich war erneut nicht schwanger. Auch Übungszyklus 15 war ohne Erfolg. Und als Geschenk dafür bekam ich eine ordentliche Verstopfung und meine krassen Endo-Schmerzen waren back. Hach ja und damit dann auch das Opiat, ohne das es einige Tage leider gar nicht ging.

Ich machte mir dadurch natürlich echt meine Gedanken. Werde ich es nie schaffen mit Ernährung gegen die Endometriose anzukommen? Werde ich es vielleicht doch nicht schaffen, ohne eine vorherige Sanierung schwanger zu werden? Es war dringend Zeit für einen neuen Termin in einem anderen Endometriosezentrum. Im April 2017 war ich in der Ammerland Klinik in Westerstede, doch diesmal zog es mich nach Hamburg. Somit machte ich einen Termin für Ende Februar im Endometriosezentrum des Albertinen Krankenhauses in Hamburg-Schnelsen. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu meinem Termin habe ich dir bereits im vorherigen Blogbeitrag zusammengefasst.

Kurz zusammen gefasst ergab sich, dass mein Endometrioseherd am Darm größer geworden ist. Er ist in die Scheide infiltriert und verläuft von dort am Darm entlang bis zum Steißbein. Es droht die Gefahr eines Darmverschlusses und somit wurde mir eine OP dringend empfohlen. Ich habe direkt einen Termin für Anfang Juli gemacht. Damit mein Herd nicht weiterwächst, sollte ich sofort beginnen die Visanne zu nehmen.

Was sich durch die Visanne verändert hat

Mein Mann und ich entschieden den dritten Zyklus 2018 noch zu nutzen und sollte ich erneut meine Periode bekommen, wollte ich dann direkt mit der

 

starten. Der Start war somit Mitte März. Anfangs hatte ich sehr starke Kopfschmerzen – teilweise auch mit Übelkeit. Doch meine Endometrioseschmerzen waren nahezu weg. Ich hatte auch keine Verstopfung während meiner Periode und mein Stuhlgang wurde immer besser. Nach einer Woche ließen dann auch die starken Kopfschmerzen nach. Bis heute habe ich somit nur noch ein leichtes Zwicken im Enddarmbereich und leichte Kopfschmerzen. Ich fühl mich wie ein neuer Mensch! Auch wenn ich noch recht schnell erschöpft bin, geht es mir so unendlich besser.

Ich bin sehr gespannt, wie die nächsten drei Monate bis zur OP mit der Visanne werden. Ich werde dich definitiv hier und auf Instagram auf dem Laufenden halten. Den nächsten Endometriose Erfahrungsbericht veröffentliche ich dann Anfang Juli, voraussichtlich nach meiner OP am 3. Juli.

Ich hoffe, dir hat mein Endometriose Erfahrungsbericht von Januar bis März 2018 gefallen. Wenn du Fragen oder Anmerkungen hast, schreibe mir diese gerne in den Kommentaren. Gerne kannst du mir auch über das Kontaktformular eine E-Mail schreiben. Ich freue mich von dir zu hören.

Deine Chrissi

3 Idee über “Mein Leben mit der Endometriose – Erfahrungsbericht 2

  1. Pingback: Mein Leben mit der Endometriose - Erfahrungsbericht 1 | All about Chrissi

  2. Claudia R. sagt:

    Liebe Chrissi,
    dein Bericht ist zwar schon etwas länger her, aber er und auch Teil 1 haben mir SEHR geholfen! Danke dafür! 🙂 Ich habe in zwei Wochen meine erste Bauchspiegelung mit dringendem Endo-Verdacht und bin schon etwas zappelig…vieles in deiner Geschichte ist 1 zu 1 bei mir auch so gewesen, vor allem die Darmprobleme. Ich habe sie, seit ich denken kann. Seit einigen Jahren mit schlimmster Verstopfung, die sich keiner erklären kann. Da ich lange einen Morbus Crohn-Verdacht hatte (aufgrund zwei Darmentzündungen in der Vergangenheit), hatte ich mich eigentlich mit dieser Krankheit abgefunden – bis jetzt plötzlich die Endo im Raum steht. Denn meine Darmbeschwerden sind echt zyklusbedingt und ich habe während der Periode echt starke Schmerzen im Enddarm. Bei mir wurde außerdem eine leichte Adenomyose im Ultraschall sichtbar, die wohl für die starkem Schmerzen beim GV sowie während der Periode und meine zyklusbedingte Migräne verantwortlich ist.
    Ich mache auch sehr viel mit Ernährung, kenne aber auch das „Lebkuchen-Problem“ sehr sehr gut ;)) Ich ernähre mich überwiegend glutenfrei, kein Alkohol (vertrage ich nicht mehr) Milchprodukte schon seit über 10 Jahren nicht mehr. Die sollen auch sehr schädlich sein bei Endometriose. Mir geht es am besten, wenn ich viel Gemüse und Reis/Polenta esse, das bekommt mir am besten. Schokolade etc. ist leider viel zu stopfend. Ich habe allerdings auch angefangen, meine Einstellung etwas zu lockern, damit ich auch mal ganz normal essen kann, denn der ständige Verzicht macht mir sehr zu schaffen. Ich habe den Eindruck, dass es so leichter ist – mal sehen, was sich noch tut. Ich schätze, um Hormone komme ich nicht herum, obwohl ich eigentlich ein Gegner davon bin – aber als ich deinen Bericht gelesen hatte, war ich etwas beruhigt. Nur bin ich schon 32 und habe noch keine Kinder, ist auch erst einmal nicht möglich aufgrund beruflichem In-der-Luft-hängen…habe natürlich Angst, dass es nicht mehr funktioniert, aber auch da gibt es sicher Wege. Nun bin ich erstmal auf die OP gespannt und beende meinen Roman an dieser Stelle 🙂
    Lieben Gruß
    Claudia

    • Chrissi sagt:

      Liebe Claudia,
      danke dir für deinen ausführlichen Bericht. Ich drück dir ganz fest die Daumen für deine OP. Berichte mir gerne auf Instagram, wie es dir ergangen ist.
      Bzgl. dem Kinder kriegen: Mit 32 liegen noch einige Jahre vor dir, in denen du schwanger werden kannst. Setz dich da nicht zu sehr unter Druck. 🙂
      Liebe Grüße
      Chrissi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: