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Mein Weg mit der Endometriose zu leben – von Positivität, Vertrauen und Happy End

29. September 2020
Tag der Endometriose

Heute ist der 29. September – Tag der Endometriose. Vor drei Jahren wusste ich noch nicht mal, dass es einen solchen Tag gibt. Und das, obwohl ich meine Diagnose Endometriose bereits seit 2009 habe. Der Tag der Endometriose dient dazu, die doch noch sehr unbekannte Krankheit in den öffentlichen Mittelpunkt zu stellen und mittels Aufklärungskampagnen und Veranstaltungen über Endometriose aufzuklären.

Ich möchte diesen Tag heute nutzen, um hier auf meinem Blog mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben und euch daran teilhaben zu lassen, wie es mir aktuell geht. Zudem möchte ich euch hiermit Mut machen, für euch einzustehen und positiv zu bleiben.

Endometriose ist kein End(o)gegner

Auch wenn ich die letzten dreieinhalb Jahre, seitdem ich die Antibabypille aufgrund von Kinderwunsch abgesetzt habe, eine schwere Zeit mit meiner Endometriose hatte, so kann ich euch sagen, Endometriose ist kein Endgegner. Man kann lernen mit der Krankheit zu leben, man kann die Beschwerden deutlich lindern und man kann auch schwanger werden!

In meinem letzten Endometriose-Erfahrungsbericht von vor zwei Jahren berichtete ich euch von meiner Endometriose Sanierung inkl. Darmteilresektion, auf die leider zwei Darmnahtrisse folgten. Sprich mir ist 2x die Naht aufgegangen, mit der mein Darm nach der Entfernung von 15 cm Enddarm wieder zusammengenäht wurde. Diese Zeit war für mich mein absoluter Endometriose-Tiefpunkt. Es fühlte sich tatsächlich so an, als ob ich gegen den Endgegner kämpfe. Doch die Endometriose ist nicht ein einzelner Kampf, den Frau gewinnt und dann ist alles wieder wie vorher. Endometriose ist eine chronische Krankheit, mit der wir lernen dürfen, zu leben. Und ich sag euch, das ist möglich!

Mein Weg zurück zu einem beschwerdefreien Leben

Nachdem ich die Komplikationen überstanden hatte, ging ich vier Wochen in die Anschlussheilbehandung (AHB / Reha) nach Ratzeburg in Schleswig-Holstein. Diese Zeit tat mir unheimlich gut und ich lernte insbesondere, dass Dinge, die den Stress reduzierten, mir sehr guttaten – dies waren progressive Muskelentspannung, Klangschalenmassage und Aquarellmalerei.

Doch wie das so ist, man kommt zurück in den Alltag und ist direkt wieder im Stress gefangen. Ich wollte die verlorene Zeit in meiner Selbstständigkeit schnell wieder aufholen. Zudem sind die Chancen schwanger zu werden insbesondere in den ersten sechs Monaten nach einer Sanierung besonders hoch. Ihr ahnt es vielleicht schon, ich setzte mich unheimlich unter Zeitdruck und all die schönen Maßnahmen zur Entspannung waren vergessen. Und im Endeffekt ging es mir auch einfach nicht besser, meine Selbstständigkeit tröpfelte nur so vor sich hin und schwanger wurde ich auch nicht. Zudem litt ich sehr unter den traumatischen Erlebnissen aus der Zeit im Krankenhaus.

Anfang 2019 erkannte ich, dass ich Hilfe brauchte. Wir gingen in die Kinderwunschklinik und ich begann im April eine Traumatherapie. Im Mai stand unsere erste IVF (In-vitro-Fertilisation) an, leider negativ. Ich war noch immer im Druck gefangen. Mir wurde alles zu viel und so machten wir eine Sommerpause vom Kinderwunsch, die bis Dezember anhielt.

Silvester kam die Wende

Ende 2019 zog ich dann endlich so richtig die Reißleine. Schluss mit dem ganzen Stress und unter Druck setzen – 2020 steht ganz im Zeichen meiner Gesundheit. Mein Ziel: Ich tue alles, was meiner Gesundheit guttut, ich reduziere radikal den Stress und ich nehme verdammt nochmal diesen Druck raus, um dann hoffentlich schwanger werden zu können.

Ich begann mich noch mehr mit mir auseinanderzusetzen. Ich beschäftigte mich mit Persönlichkeitsentwicklung, begann zu Meditieren und öffnete mich der modernen Spiritualität. Diese Arbeit an mir selbst führte zu innerer Ruhe und schweißte mich noch enger mit meinem Mann zusammen.

Ende Mai ging es mir so gut, dass ich nahezu beschwerdefrei war. Ich war glücklich, zufrieden und im vollen Vertrauen, dass ich schon schwanger werde, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Wir genossen den wundervollen Juni, feierten unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag und was soll ich sagen – zwischendrin wurde ich einfach mal so schwanger.

Ja, du hast richtig gelesen. Ich bin schwanger. Einfach so, ohne es drauf angelegt zu haben, bin ich nach 3,5 Jahren unerfülltem Kinderwunsch auf natürlichem Wege schwanger geworden.

Du kannst das auch

Ich habe großes Glück gehabt. Ich drück dir fest die Daumen, dass auch du es schaffen kannst. Auch du kannst deine Beschwerden reduzieren und hoffentlich sogar schwanger werden. Das aller wichtigste ist, denke ich, dass du dir selbst den Druck rausnimmst und mit deinem Arzt eine für dich passende Therapie findest. Es ist nicht einfach, aber es ist möglich. Ich habe das auch nicht von einem auf den anderen Tag geschafft, aber ich habe es geschafft, indem ich jeden Tag ein bisschen was dafür getan habe.

Und ganz wichtig, ich habe aufgehört mich drauf zu versteifen. Ich bin lediglich der Freude gefolgt. Ich habe hinterfragt, ob das, was ich tue, mir wirklich guttut und ob ich Spaß dran habe. Und ich habe angefangen mein Leben in vollen Zügen zu genießen.

Du bist nicht allein

Ganz wichtig ist dabei, dass du nicht allein bist. Öffne dich deinen Freunden, deinem Partner und/oder deiner Familie, gehe in den Austausch mit anderen Endometriose-Betroffenen und hole dir ärztliche Hilfe.

Bleibe hartnäckig und lass dich nicht von Ärzten abwimmeln. Leider gibt es noch immer Ärzte, die die Krankheit nicht ernstnehmen. Schau bei der Endometriose-Vereinigung vorbei, hier findest du unter anderem zertifizierte Endometriose-Zentren, die sich gut auskennen.

Scheu dich auch nicht, wie in meinem Fall, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich habe meine Probleme der Traumabewältigung bei meinem Hausarzt angesprochen, der mich anschließend an einen Psychotherapeuten überwiesen hat. Wirklich beste Entscheidung ever.

Informiere dich über die vielfältigen Möglichkeiten Endometriose zu behandeln und finde den für dich passenden Weg. Jede Endometriose ist individuell. Vertraue da auf dein Bauchgefühl. Du weißt am besten, was das Richtige für dich ist.

Hier zwei Anlaufstellen, die ich dir gerne für mehr Infos ans Herz legen möchte:

  1. Die Webseite der Endometriose-Vereinigung: Hier findest du viele nützliche Informationen rund um die Endometriose sowie eine Liste aller zertifizierter Endometriose-Zentren. Zudem kannst du dich als Mitglied in der Vereinigung hier kostenlos beraten lassen. https://www.endometriose-vereinigung.de
  2. Auf meine-pille.de findest du viele hilfreiche Tipps zum weiblichen Zyklus und der Pille. Zudem gibt es eine eigene Rubrik über Endometriose, wo über die Krankheit aufgeklärt wird. Hier findest du unter anderem auch ein Interview mit mir. https://www.meine-pille.de/endometriose

Wenn du noch Fragen oder Anmerkungen hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht.

Deine Chrissi

* = Affiliatelinks/Werbelinks

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