Endometriose-Erfahrungsbericht von Janine

Endometriose-Erfahrungsbericht Janine

Da die Endometriose so vielfältig ist, wie wir Frauen vielfältig sind, veröffentliche ich hier auf meinem Blog regelmäßig Endometriose-Erfahrungsbericht anderer Betroffenen. Denn mein Ziel ist es, die komplette Vielfalt dieser Krankheit aufzuzeigen und jeder Leserin hier weiter zu helfen.

Heute habe ich den Erfahrungsbericht von Janine, die ihr bei Instagram unter @jay.imhierundjetzt findet, für euch. Ihre Geschichte geht einfach unter die Haut – insbesondere, wenn man selbst seit längerem einen Kinderwunsch hegt.

Endometriose-Erfahrungsbericht von Janine

Ich heiße Janine, bin 35 Jahre alt, habe Endometriose Grad 3 und trage, entgegen einiger ärztlicher Vorhersagen, dass ich nie Mama werden könne, ein Wunder unter dem Herzen.

Janine im 8. Monat schwanger trotz Endometriose (Foto: landeifotografie)
Janine im 8. Monat schwanger trotz Endometriose (Foto: landeifotografie)

Mein Weg bis zur Diagnose

Bekannt wurde meine Unfruchtbarkeit ca. 2014. Regelbeschwerden und fast dauerhafte Schmerzen (an die ich mich mehr oder weniger gewöhnt hatte) hatte ich davor schon einige Jahre. „Das sei normal. Manche Frauen haben halt mehr Schmerzen als andere.“ Diagnostiziert wurde meine Endometriose dann im Januar 2017 bei einer Bauchspieglung, nachdem ich mich in einem Endometriose-Zentrum vorgestellt habe (Ich habe vermutet, dass ich Endo habe und Recht behalten.). Danach folgten Hormonbehandlung und künstliche Wechseljahre.

Mein Tiefpunkt

Im November 2018 dann die Schocknachricht bei einer Routineuntersuchung. Meine Gebärmutter sei, trotz Visanne, so verwachsen, dass man es im Ultraschall erkennen könne. Ich solle darüber nachdenken meine Fortpflanzungsorgane zu entfernen, da ich ja schon ein gewisses Alter habe und eh nie schwanger werden könne. Zudem bestand Verdacht auf bösartigen Brustkrebs (Hauteinziehung und tastbare Knoten). Ich war fix und fertig. Ich wollte immer Kinder und war nicht soweit, meinen Traum aufzugeben. Ich hatte diesen Traum nur pausiert, da ich mich im Sommer 2018, in eine neue Dienststelle versetzen ließ und auch noch nicht lange mit meinem neuen Freund zusammen war. Ich wollte einfach komplett neu anfangen und erstmal Ruhe in mein Leben bringen.

Mein Neuanfang

Nach der Diagnose im November setzte ich sofort meine Hormone ab und stellte meine Ernährung um. Ich holte mir weitere Arztmeinungen ein, doch diese sagten dasselbe aus. „Fortpflanzungsorgane entfernen, es würde keinen Sinn machen.“ Mein erster MRT-Bericht ergab:“ aktuell kein Krebs, aber die Stellen müssten beobachtet werden. Man sei sich nicht sicher. Im März sollte ich zur weiteren Untersuchung kommen.“ Kurzes Aufatmen. Ich vereinbarte einen Termin im Endometriosezentrum Oldenburg, da ich die Hoffnung nicht aufgab, dass meine Organe zu retten seien. Im Januar eine erneute Sanierung und zusätzlich Biopsie des Knoten bei der Hauteinziehung. Die OP war erfolgreich und die Gewebeprobe des Knotens negativ. Der Arzt rettete meine Fortpflanzungsorgane.

Unser Lichtblick

Es hieß nun, wir sollen zur Kinderwunsch-Klinik gehen, es könnte funktionieren. Dieses wollten wir im Sommer/Herbst 2019 machen, damit sich mein Körper in der Zwischenzeit erholen und ich die weiteren Untersuchungen meiner Brust wahrnehmen könne. Im Februar wurde getestet, ob ich zum ersten Mal seit Jahren einen Eisprung hatte und ob die OP wirklich erfolgreich war. Als der Anruf kam, dass ich einen Eisprung hatte, habe ich so geweint, weil mein Körper zum ersten Mal seit ???? (ich weiß es nicht) funktionierte.

Dass ich ein paar Tage später einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand halte, hätte ich niemals gedacht. Ich war völlig überfordert mit der Situation und heulte diesmal vor Angst, Überforderung, Fassungslosigkeit, aber auch vor Freude und Liebe. Komplettes Gefühlschaos… Zwei negative Bluttests, Gefühlt tausend positive Urintests, Eine medizinische Fachangestellte, die mich, aufgrund der negativen Bluttests, aufklärte, dass es wahrscheinlich jeden Moment zu einer Fehlgeburt kommen könne und ein Doc der es kaum glauben konnte, dass sich da ein Wunder im Ultraschall blicken ließ, trotz der negativen Bluttests (der 3. Test war endlich positiv). Ich bin übrigens bei einem neuen, der ganz großartig ist.

Meine Schwangerschaft

Aufgrund meines Alters, der Endometriose, sowie der frischen OP habe ich eine Risiko-Schwangerschaft, doch wir haben es in die 30 SSW geschafft, dem Wunder geht es gut und wir hoffen und beten, dass es so weiter geht. Ich musste die ersten 3 Monate Utrogest einführen, um die Gefahr einer Fehlgeburt zu verringern, ich habe 6 Monate mehrmals täglich gebrochen, lag zwischendurch im Krankenhaus, weil meine Werte schlecht waren (danach bekam ich sofortiges Beschäftigungsverbot), habe einmal leichte Blutungen gehabt und 2 Eingriffe überstanden, in denen schwarzer Hautkrebs aus meiner rechten Brust entfernt wurde. Ich bin mir sicher, dass wir die letzten Wochen auch meistern werden. Weitere Untersuchungen zwecks weiterer Knoten in meinen Brüsten müssen bis nach der Stillzeit warten.

Eindrücke von Janines Schwangerschaft trotz Endometriose
Eindrücke von Janines Schwangerschaft trotz Endometriose

Weitere Empfehlungen von mir

TCM/Akupunktur

Seit Dezember 2018 bekomme ich alle 4 Wochen eine Behandlung. Ich trinke täglich Tees. Sehr kostenintensiv, aber bisher empfinde ich es als wirksam. Zurzeit gibt‘s einen extra Tee für den Kleinen und bald geburtsvorbereitende Akupunktur. 

Massage

Übernimmt die Krankenkasse. Es gibt extra Endometriose-Massagen. Sehr entspannend und auf lange Sicht schmerzlindernd. Ein Rezept bekommt ihr von eurem Frauenarzt oder Hausarzt.

Visanne

Ich habe die Visanne über 1,5 Jahre eingenommen. Viele!!! Nebenwirkungen und die Endo hat sich trotzdem weiter ausgebreitet. Einziger Vorteil war für mich, dass ich keine Periode bekam. Kosten übernimmt die Krankenkasse, wenn der Arzt ausstellt, dass es zur Endometriose-Therapie und nicht zur Verhütung dient.

Sport

Ich gebe zu, ich bin faul. Hab mich nach/während Sport oft nicht gut gefühlt, aber ich möchte das auf jeden Fall ändern.

Ernährungsumstellung

Ich habe mich von November 2018 bis Februar 2019 vegetarisch ernährt, keine Milchprodukte zu mir genommen, kein Alkohol getrunken und so gut es ging auf Zucker und Weizen verzichtet. Es fiel mir leichter als gedacht und es ging mir hervorragend. Zurzeit esse ich wieder alles, da ich zu wenig Erfahrung hatte und mein Wunder im Bauch gut versorgen möchte. Nach der Schwangerschaft/Stillzeit möchte ich aber wieder umstellen. Es tat mir einfach unfassbar gut. 

Ich hoffe mein Bericht gibt euch Hoffnung und Kraft. Wenn ihr Fragen an mich habt, schreibt mir gerne via Instagram.

Deine Janine

Heftig oder, was Janine da erleben musste?! Ich find es einfach unfassbar, dass die Ärzte ihr die Gebärmutter entfernen wollten. Es ist so ein Trugschluss, dass Endometriose gleich Unfruchtbarkeit bedeutet! Und was auch viele nicht wissen, eine Entfernung der Gebärmutter bedeutet nicht gleich, dass die Endometriose dann weg ist und man beschwerdefrei ist. Gerade wenn man tiefinfiltrierte Endometriose hat, dass hat man in der Regel auch nach Entfernung die gleichen Beschwerden.

Diese Geschichte zeigt einfach wunderbar auf, wie man trotzdass die Ärzte sagen, dass man nicht schwanger werden kann, man es doch mit Willem und einer Umstellung seines Lebens schaffen kann. Eine Ernährungsumstellung hat nicht nur bei Endometriose, sondern auch bei Kinderwunsch positive Effekte.

Ich freue mich auch über deinen Erfahrungsbericht

Wenn auch du deinen Endometriose-Erfahrungen mit den Leserinnen hier teilen möchtest, dann bewirb dich gerne mit deinem Erfahrungsbericht plus mindestens einem Porträt/Selfie von dir per E-Mail an kontakt@allaboutchrissi.de bei mir. Bitte orientiere dich beim Erstellen deines Berichts an folgende gewünschte Inhalte:

  • Vorstellung von dir
  • Seit wann bestehen bei dir Beschwerden?
  • Wann bekamst du die Diagnose?
  • Wie ging es dir damit?
  • Wie verlief dein Weg von Diagnose bis heute, z.B. wie viele OPs hattest du bisher?
  • Was hat dir gegen die Beschwerden am besten geholfen?
  • Wie geht es dir heute?
  • Was kannst du den anderen Leserinnen empfehlen?
  • Optional: Wo kann man was über dich lesen (z.B. Social-Media-Kanäle) und was bietest du den Lesern dort?
  • Schlusswort

Aus allen eingehenden Erfahrungsberichten wähle ich jeden Monat einen Bericht aus, den ich veröffentliche. Hast du Lust ein Teil meines Projekts zu sein? Dann freue ich mich auf deine E-Mail!

Insgesamt ist mir bei den Erfahrungsberichten wichtig, dass wir nicht Horror und Schrecken verbreiten, sondern aufzeigen, wie es uns erging, sodass sich andere Leserinnen damit identifizieren können. Zudem ist es hilfreich, wenn wir aufzuzeigen, was uns geholfen hat, damit wir mit den Beiträgen anderen Endomädels helfen, besser mit der Endometriose umzugehen.

Deine Fragen und Anmerkungen

Bei Fragen oder Anmerkungen kannst du mir wie immer gerne eine E-Mail über mein Kontaktformular schreiben oder einen Kommentar hinterlassen. Fragen an Janine leite ich ihr auch gerne per Mail weiter.

Ich freue mich von dir zu hören!

Deine Chrissi

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